| Beitragsinhalt |
|
Adressen
|
|
Seite 2
|
Seite 2 von 2
Wer bietet Adressen an? Adress-Eigner sind Unternehmen, die große Bestände an Adress- und Zusatzinformatoionen besitzen und verwalten. Es sind im Gegensatz zu Adress-Verlagen zumeist Unternehmen, z.B. aus dem Bereich des Versandhandels, die aufgrund ihrer unternehmerischen Tätigkeit über große Adress-Datenbanken verfügen und diese bei Zustimmung ihrer Kunden (!) auch anderen zur Verfügung stellen. Adress-Verlage (auch Vollsortimenter genannt) haben sich im Gegensatz dazu komplett auf dieses Tätigkeitsfeld spezialisiert. Einer der führenden deutschen Adress-Verlage, die Schober-Information-Group bietet u. a. über 50 Mio. Privatadressen mit über 10 Mrd. Zusatzmerkmalen an. Des weiteren gibt es Spezialanbieter, die ebenso werthaltige wie umfangreiche Adress-Informationen aus bestimmten Branchen anbieten. Die Adress-Beschaffung im DirectMail-Bereich wird dabei oft nicht vom Kunden selbst, sondern von dessen Dienstleister/n übernommen: Unter dem Begriff „Listbroker" werden Unternehmen zusammengefasst, die i. d. R. nicht über eigene Daten verfügen, sondern diese lediglich vermitteln. Bei über 1.700 Adresslisten am Markt kann kein Einzelner den Überblick wahren. Listbroker verhandeln daher mit Adress-Eignern, die über keine eigene Infrastruktur für den Adress-Handel verfügen, und vermitteln deren Adress-Bestände an die anfragende Unternehmen. Bereits vorhandene Adressdaten des Kunden werden auf Wunsch gegen den anzumietenden Fremdbestand abgeglichen. Bezahlt werden müssen nur die hinzukommenden Adressen. Spezialisierte Unternehmen bieten z. B. Adress-Datenbanken von umgezogenen oder verstorbenen Personen an. Mittels automatisiertem Abgleich erlauben sie es dem Kunden-Unternehmen, seine eigenen Adressbestände zu aktualisieren. Ebenfalls zu diesem Bereich gehört die Anreicherung vorhandener Adressen mit zusätzlichen Daten z. B. zum Wohnumfeld, zur Kaufkraft, zum Alter oder mittels des Kreditscorings. Auf diese Weise wird es im Rahmen des Dialogmarketings möglich, Empfänger gezielter und persönlicher anzusprechen sowie die Rate der unzustellbaren Sendungen zu minimieren. Innerhalb des Adress-Handels werden die Adress- und Zusatzinformationen nur selten verkauft, häufig jedoch an den Nutzer vermietet. Die Nutzungsrechte reichen dabei von "einmalig" (z. B. für ein Mailing) bis hin zu Leasing-Angeboten, bei denen der Kunde Adressen über einen bestimmten Zeitraum verwenden darf. Zu beachten ist, dass die Daten dabei nicht in den Besitz des Nutzers übergehen. Der Verkauf von Adress-Daten wird angeboten, ist aber meines Erachtens nur in einigen Fällen sinnvoll. Besser ist, vor allem aufgrund des relativ schnellen Aktualitätsverlustes von Adressdaten, die Adressen pro Mailing, oder für ein Jahr inklusive Anspruch auf den jeweils aktuellen Stand, zu mieten.
|